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Der Hebel der Klimagerechtigkeit
All der lokale Widerstand nützt jedoch nichts, wenn die globale Klimakrise so weit fortschreitet, dass auf den Böden schlicht nichts mehr wächst. Deshalb vernetzen sich Bewegungen wie die SAFSC in Südafrika mit Gruppen rund um den Globus: von Fridays for Future über das Sunrise Movement bis zu Black Lives Matter. Es ist ein weltweiter Aufruf, sich dem verheerenden Erbe von Imperialismus, Kolonialismus und der fossilen Industrie geschlossen entgegenzustellen und mit der imperialen Lebensweise des Westens radikal zu brechen.
Techno-Optimisten wie Aaron Bastani, Thomas Friedman oder Jeremy Rifkin predigen weiterhin das Dogma des Wirtschaftswachstums – verkleidet im grünen Gewand. Doch ein grünes Wachstum führt unweigerlich zur weiteren Ausbeutung der Peripherien des globalen Südens, da die Ressourcen für die neuen Technologien irgendwo herkommen müssen. Der Spielraum für diese Auslagerung von Schäden ist jedoch endgültig erschöpft.
Wir brauchen selbstverständlich umweltfreundliche und nachhaltige Technologien. Aber wir müssen sie von der Wachstumslogik entkoppeln. Der Weg von Barcelona und der Weg des späten Marx sind identisch: Vom globalen Süden lernen und eine Gesellschaft aufbauen, die den Gebrauchswert über den Profit stellt.
Dafür müssen wir die Trias aus Wirtschaft, Politik und Umwelt völlig neu ausrichten. Wir können dabei nicht einfach auf die ordnende Macht des Staates verzichten – reiner Anarchismus wird die Klimakrise nicht rechtzeitig lösen. Vielmehr müssen wir die Institutionen des Staates durch radikale Bürgerbeteiligung von unten kapern und transformieren. Erst wenn wir die Demokratie massiv erweitern, werden wir als Gesellschaft wieder die grundlegende Frage diskutieren können, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen.
Es ist das große, unteilbare Projekt einer neuen Dreifaltigkeit:
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Die Überwindung des Kapitalismus
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Die radikale Neuausrichtung der Demokratie
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Die vollständige Dekarbonisierung unserer Gesellschaft
Wenn diese Bewegungen sich weltweit verbinden, entsteht eine unaufhaltsame Dynamik. Oder wie es der Slogan der Via Campesina auf den Punkt bringt: Globalisieren wir den Kampf, globalisieren wir die Hoffnung.