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Kommunismus bedeutet, sich die Commons zurückzuholen
Wie Bürgergenossenschaften und dezentrale Netzwerke die Grundlagen unseres Lebens zurückerobern.
Da der Kapitalismus künstliche Knappheit braucht, um zu funktionieren, ist realer Überfluss sein natürlicher Feind. Die Wiederherstellung der Commons und des kollektiven Überflusses ist daher das entscheidende Instrument, mit dem man den Kapitalismus überwinden kann.
In der heutigen Zeit sind mit Commons demokratisierte Produktionsmittel und Infrastrukturen gemeint, die selbstbestimmt und in flachen Hierarchien gemeinschaftlich verwaltet werden, um die Grundbedürfnisse der Menschen zu sichern. Dazu gehören beispielsweise die Elektrizitäts- und Wasserversorgung, der öffentliche Nahverkehr, das Gesundheitswesen und die Altersvorsorge. Das sind Lebensbereiche, die man niemals dem freien Markt überlassen darf. Da jeder Mensch Strom und Wasser benötigt, sollte der Zugang dazu als garantiertes Menschenrecht verankert sein.
Dabei geht es jedoch nicht darum, die Stromversorgung einfach stumpf zu verstaatlichen – denn staatliche Großbürokrationen neigen oft dazu, an starren, umweltschädlichen Technologien wie Atomkraft, Kohle oder Fracking-Gas festzuhalten. Bei echten Commons geht es darum, dass die Bürgerinnen und Bürger die direkte Kontrolle zurückerlangen – beispielsweise durch lokale Bürgerinitiativen oder Energiegenossenschaften, die erneuerbare Energien produzieren.
Sonnen- und Windenergie tragen die Eigenschaft des Überflusses bereits in sich: Sie sind unerschöpflich, können dezentral geerntet werden und lassen sich im Gegensatz zu Öl oder Kohle kaum monopolisieren. Dieser dezentrale Charakter kann genutzt werden, um ein Stromnetz aufzubauen, das nicht auf maximalen Profit, sondern auf Bedarfsorientierung ausgrichtet ist. Die erwirtschafteten Überschüsse fließen direkt zurück in die lokalen Gemeinden. Das stärkt die Gemeinschaft vor Ort, verbessert die Lebensqualität und weckt das Interesse der Menschen, sich selbst aktiv einzubringen. Solche erfolgreichen Modelle von Bürgerverwaltungen im Energiebereich gibt es bereits in Dänemark, Deutschland und Japan.
Aber auch die klassischen Produktionsmittel müssen als Commons organisiert werden – etwa in Form von Arbeitergenossenschaften. Hier ist das primäre Ziel der langfristige Fortbestand des Betriebes und das Wohl der Belegschaft, nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung oder spekulative Finanzakrobatik.
Dass das keine Utopie ist, zeigen existierende Großprojekte:
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Die spanische Mondragón-Genossenschaft mit rund 70.000 Beschäftigten.
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In Japan gibt es rund 40 weitreichende Arbeiterkooperativen in den Bereichen Pflege, Kinderbetreuung, Reinigung sowie Forst- und Landwirtschaft.
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Auch in den USA existieren starke Netzwerke wie die Evergreen Cooperatives in Cleveland, Cooperation Buffalo in New York oder Cooperation Jackson in Mississippi, die erfolgreich in den Sektoren Energie, Nahrungsmittel und Handwerk agieren.
Diese Genossenschaften leisten aktiven Widerstand gegen Armut, soziale Ungleichheit sowie Diskriminierung und bilden das Fundament für einen echten gesellschaftlichen Wandel. Je mehr gemeinsamer Überfluss in den entscheidenden Lebensbereichen wiederhergestellt wird, desto eher können sich die Menschen von Existenzsorgen, Arbeitshetze und dem Zwang zum Konsumismus befreien. Innerhalb des Kapitalismus, dessen innerstes Wesen die Knappheit ist, ist es schlicht unmöglich, dass alle zu echtem Wohlstand gelangen.